Rückkehr

By fjordboy, 18 Februar, 2012, No Comment

Oh wie lange hab ich hier nichts mehr geschrieben….

Ich glaube ich sollte zumindest noch einmal schreiben, dass ich seit etwa einem halben Jahr wieder in Deutschland bin.
Viel ist passiert.
Die letzte Zeit in Tansania, meine Ankunft und Leben hier.
Aber vieles davon gehört einfach nicht in diesen Blog.
Wenn ich einmal viel Zeit finde, dann schaffe ich es vielleicht noch einmal einen kleinen Bericht über meine letzte Reise zu schreiben, aber zumindest was meinen Aufenthalt in Tansania angeht, so ist dieserBlog nun beendet.
Was und ob überhaupt hieraus wird?
Wir werden sehen…

Auf jeden Fall wird das Gänze noch eine Weile hier online stehen und ich hoffe, dass hier die ein oder andere Person noch einmal vorbeischaut und Spaß beim Nachlesen hat.

Solang verbleibe ich einfach mal mit freundlichen Grüßen.

Simon

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Reisebericht: Teil 5

By fjordboy, 9 Mai, 2011, No Comment

Aber es sollte doch dazu kommen, dass ich mal eine Stadt ohne einen Besuch bei einem artefactler machte.
Denn so schön die Erlebnisse in Kampala auch waren. Dort ist es auch unheimlich laut und unheimlich staubig gewesen.
Daher bin ich einen Tag früher los als geplant um nochmal nach Jinja zu fahren. Dort habe ich dann niemanden von den artefactlern getroffen.
Dafür den Bruder von Jumaa.
Nachdem ich mir erstmal einen Schlafplatz im Backpackers besorgt hatte ging ich erstmal allein los um mir die Source of Nile anzusehen.

Hier ein paar Bilder:

Ganz im Ernst? Es ist den Eintritt nicht wirklich wert.
Aber wenn man sich so wie ich verläuft und dann irgendwie über irgendeine Wiese direkt zu den Schiffen gelangt ohne an der eigentlichen Kasse vorbeizukommen und man nur die Schiffe bezahlen muss, na ja, dann kann man sichs mal ansehen.

Nach dieser kleinen Tour habe ich mich dann mit Jumaas Bruder getroffen, der mich dann zu den Bujagali Falls gefahren hat.
Dort habe ich dann Eintritt bezahlt und zwar gern.
Es war wirklich schön dort.
Sehr beeindruckend war ein junger Mann, der den Wasserfall heruntergestürzt ist und sich nur an einem 20l Speiseölkanister festgehalten hat. ( Ja, Speiseöl kann man in Ostafrika in 20l Kanistern kaufen!)

Aber was soll ich groß schreiben. Schaut euch doch einfach die Bilder an:

Das letzte Ziel meiner Reise war dann Kisumu in Kenia. Dort habe ich mich mit Ruben, einem Freiwilligen ( artefact) mit dem ich auf Zwischenseminar war, treffen.
Ich habe dann einige Tage bei ihm und seiner Mitbewohnerin verbracht. Wir haben kleine Ausflüge und Spaziergänge unternommen und ich hab die Zeit nochmal für ne kleine Erkältung und einige Zeit zum Entspannen genutzt, denn die Wochen vorher waren zwar sehr schön, aber auch sehr hektisch und so war ich froh dort ein paar schöne ruhige Tage mit dem wohl gesündesten Essen, und Trinken ( Knoblauch-Ingwer-Karotten-Saft), dass ich bis lang in Afrika bekommen habe, verbringen konnte.

Hier noch ein paar kleine Bilder aus Kisumu:

Nach einer nochmal etwas anstrengenden Nachtfahrt kam ich dann nach etwa drei Wochen auf Reisen wieder in Mwanza an.

Schön wars auf Reisen, aber schön wars auch hier wieder anzukommen. Viele Leute im Center, aber auch auf der Straße, die mich freundlich begrüßten, fragten wo ich war oder wie die Reise denn nun gelaufen sei.

Mit einem Haufen neuer Eindrücke kann es nun wieder an die Arbeit gehen.

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Reisebericht: Teil 4

By fjordboy, 9 Mai, 2011, No Comment

In Kampala wollte ich mich eigentlich mit einer Ex-Freiwilligen von artefact treffen, die ich in Kigali kennengelernt hatte und die einen Tag vor mir in Kampala ankam.
Ja, ich war auf großer artefact-Rundreise.
Leider war in dem Hotel in dem sie mit ihren Eltern, mit denen sie am Reisen war, eingezogen ist außer einem Dreierzimmer, dass ich nicht allein bezahlen wollten kein Bett mehr frei.
So kam es dann dazu, dass ich also um 23:30 in Kampala aufschlug und noch kein Zimmer hatte.
Der Busbegleiter schickte mich mit einer wohl schon häufig erprobten Armbewegung in irgendeine Richtung und meinte: „Da findest du viele günstige Hotels.“
Also machte ich mich auf. Irgendwann kam mir die Idee, dass vielleicht nicht sein Arm den Weg angezeigt hatte, sondern vielleicht sein Blick, denn in der Straße in die er mich schickte gabs kein offenes Hotel mehr. Es gab dort irgendwie nichts. In dem ganzen Viertel war irgendwie nichts.
Alles tot. Absolut ausgestorben. Nur ein paar mit Gewehren bewaffnete Wächter standen herum und die sahen alle so aus, als ob sie nicht von mir angesprochen werden.
Da kam eine betrunkene Stimme aus einer dunklen Gasse zwischen zwei Häusern.
„Kann ich dir helfen?“ Mein Kopf sagte nein, mein Mund sagte ja und zwei Minuten später trotte ich Jumaa ( so hieß der gute Mann) hinterher zu einem Hotel, dass ein Freund von ihm leiten sollte.
„Wir sind gleich da. Es ist dort hinten.“ Den Satz hörte ich ein paar mal auf unser halbstündigen Tour. Ich bin die Strecke übrigens am nächsten Tag nochmal gegangen und habe 15 Minuten gebraucht.
Ja, der Typ war etwas betrunken.
Irgendwann kamen wir dann an Addis Guesthouse an.
Ich trat ein und ein freundlicher Äthiopier verkündete mir, dass er heute Nacht keinen Platz für mich hätte.
Ich war leicht resigniert.
„Aber morgen hab ich was für dich.“ Sollte auch nur etwa 4,5 Euro die Nacht kosten. Mit eigenem Bad. Der Preis war okay. Hatte eigentlich 3 Euro angepeilt, aber mit Bad würde ich das wohl in der ganzen Stadt nicht bekommen und ein anderes Zimmer hatte er nicht frei.
Er bot mir dann an mich zu einem Hotel eines Freundes zu fahren, da die noch Platz haben müssten.
Auf dem Weg dorthin unterhielten sich Jumaa, der Äthiopier, der mich begrüßt hatte und noch ein Freund von ihm auf Swahili. Keiner der Leute wusste, dass ich das mittlerweile auch ein wenig verstehe. Das Gespräch verlief in etwa so:

Fahrer: „Das Zimmer wird so etwa 40.000 kosten. Der Besitzer meinte, dass er nur noch ein Doppelzimmer frei hätte.“

Jumaa: „Der Weiße meinte vorhin zu mir, dass er soviel nicht ausgeben will.“

Beifahrer: „Die werden vielleicht etwas runtergehen.“

Fahrer: „Aber doch nicht auf 20.000.“

Beifahrer: „Wir werden sehen.“

Mir war etwas unwohl, aber war gespannt, was auf mich zukommen sollte.
40.000 wollte ich wirklich nicht ausgeben. 20.000 war mir schon fast zu viel, aber für eine Nacht sollte es wohl gehen.
Um einmal zu erklären um welche gigantischen Summen wir hier sprechen: 40.000 Uganda Schilling entspricht etwa 12 Euro.

Ich wartete im Auto. Der Beifahrer war drinnen und verhandelte um den Preis. „Die müssen noch nicht wissen, dass du ein Weißer bist.“
Nach etwa 15 Minuten und einem Telefonat mit einem anderen Hotel kam er endlich wieder zum Auto und verkündete, dass sie mich jetzt für 20.000 reinlassen würden.
Ich war mittlerweile so müde, dass ich auch 50.000 bezahlt hätte und bin dankbar ins Bett gegangen.

Hier noch ein Bild von meinem Luxusbett:

Am nächsten Tag bin ich dann umgezogen in das andere Guesthouse.
Dort habe ich ein paar sehr schöne Tage verbracht.
Habe kleine Ausflüge in die Stadt unternommen, aber vor allem hatte ich jede Menge Spaß im Guesthouse selbst. Jumaa kam gelegentlich vorbei und habe dort aber noch viele andere Leute kennengelernt.
Hab mich mit Leuten aus Uganda, Äthiopien und dem Kongo bis spät in den Abend über Politik gestritten, wir haben zusammen Fußball geschaut und beschlossen, dass der Torhüter von Schalke ja der beste der Welt sein muss. Zumindest haben das alle anderen beschlossen und wenn man mal ehrlich war, dann war beim Halbfinalhinspiel der Champions League der Torhüter der einzig brauchbare in der Schalker Mannschaft und ich habe original äthiopisches Essen vom Hotelbesitzer gekocht bekommen.
Schade, dass ich da keine Kamera in der Hand hatte, das war einfach wunderbar.
Wir saßen mit 4 Leuten um einen riesen Teller voller Essen und jeder Griff einfach in diesen großen Haufen mit der Hand rein.
Das war wirklich ein schönes Erlebnis.
Sowas sollte man auch mal in die Deutsche Esskultur einführen.
Nicht immer nur dieses steife am Tisch Gesitze. Jeder mit seinem eigenen Teller und fein ordentlich mit Messer und Gabel.
Nein, alle von einem Teller und am liebsten mit den Fingern.
So macht Essen viel mehr Spaß.

Ach, noch als kleine Randinfo: Ich hab mich natürlich noch mit der Ex-artefactlerin und einem anderen Ex-artefactler, der grad einem Job bei einer NGO ( Nicht Regierungs Organisation) in Kampala hat, getroffen.
Wollte ja keine Stadt ohne artefact-Besuch machen.

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Reisebericht: Teil 3

By fjordboy, 9 Mai, 2011, No Comment

Mein erstes Ziel in Uganda war der Lake Bunyonyi.
Die Fahrt allein war schon wundervoll.
Mit einem Motorrad ging es eine ¾ Stunde eine wunderschöne Landschaft hoch in die Berge und dann kamen wir an und der Anblick war dieser hier:

Leider konnte ich nur einen Tag bleiben, aber der hat sich auf jeden Fall schon gelohnt.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Fort Portal.
Einer mittelgroßen Stadt im Westen von Uganda. Dort wollte ich mich wieder mit ein paar Freiwilligen von artefact treffen um den Geburtstag von einer aus meinem Zwischenseminar zu feiern.
Was wir dann auch taten.
Was gibt es zu Fort Portal zu sagen?
Zum einen gibt es dort in der Nähe einen wunderschönen See. Dessen Wasser so aussieht:

Dort kann man wunderbar schwimmen und einen netten Tag verbringen.

Zum anderen gibt es dort einen kleinen Palast, den der allseits bekannte Gaddafi mal dem König von Toro vor ein paar Jahren mal gebaut hat.
So ganz genau weiß ich nicht warum er dies gemacht hat, aber Gerüchten zu folge soll Gaddafi wohl eine Beziehung mit der Mutter des Königs ( der so etwa um die 18 jetzt seien sollte) und es könnte daher wohl angehen, dass der junge Mann vielleicht Gaddafi näher steht als man so auf den ersten Blick vermuten würde. Aber wie gesagt: Nichts Genaues weiß man. Sind halt so Gerüchte, die dort in der Gegend kreisen.

Ach, und zu guter Letzt kann man dort….

Seht einfach selbst:

Nach diesem dekadenten Spaß ( mit Getränken und Trinkgeld 5 Euro) gings für mich dann auch gleich weiter nach Kampala.

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Reisebericht: Teil 2

By fjordboy, 9 Mai, 2011, 1 Comment

Zunächst fuhr ich mit einem Minibus ein paar Stunden über Schotterpiste, dann mit einem kleinen Sammeltaxi weiter zur Grenze nach Ruanda.

Dort hat man übrigens diesen schönen Ausblick auf einen kleine Wasserfall:

Und nach einem kleine Gespräch mit dem Grenzbeamten stand ich dann auch schon in Ruanda. Ein Typ in meinem Alter kam gleich auf mich zu und führte mich zu einem Bus, der nach Kigali fuhr.
Holla die Waldfee. Der Bus war der beste, den ich in ganz Ostafrika bis lang gesehen hatte und das Schönste war, dass ich einen Sitz nur für mich hatte. Der Bus war voll als alle Sitze belegt waren und nicht als einfach keiner mehr reinpasste, wie ich es sonst gewohnt bin.
Irgendwann kam ich dann in Kigali an.
Eine irre Stadt. Dort herrschte ein völlig anderes Bild als ich es aus Tansania kenne.
Zum einen die Leute. Sie waren völlig anders angezogen. Viel westlicher. Ich hab auch keine so wirklich „abgerissenen“ Leute gesehen. Man sah schon deutliche Unterschiede in der Qualität der Kleidung, aber total verschlissene und verdreckte Kleidung wie sie mir täglich in Tansania begegnet bekam ich nicht zu Gesicht. Auch nicht auf den Busreisen über Land. Auch hab ich nur sehr wenige Straßenkinder gesehen.
Aber wie mir dann erzählt wurde werden die auch nicht auf der Straße geduldet. Wenn irgendwo Kinder oder andere Leute betteln wird dies sofort unterbunden.
Einmal wurde ich von einem Jungen angebettelt. Sofort stand ein Polizist an meiner Seite, der den Jungen freundlich aber bestimmt wegschickte.
Der Polizist war tatsächlich sehr freundlich. Ich muss gestehen, dass ich es irgendwie rüder erwartet hätte nach den Aussagen, der Leute, bei denen ich wohnte.
Gewohnt habe ich die Tage in einer WG von Freiwilligen von artefact, der Organisation, bei der ich mein Zwischenseminar gemacht habe.
Den Kontakt zu den Jungs hat mir Marlin vermittelt.
Was noch bemerkenswert oder erschreckend an dieser Stadt ist, ist die Polizei- und Militärpräsenz.
Vor allem das Militär ist immer und überall. Macht muss auch gezeigt werden. Ein Gefühl von Sicherheit überkommt mich zumindest nicht, wenn ich all die schwer bewaffneten Jungs sehe.
Es wirkt auf mich eher gewalttätig und damit haben wir dann auch gleich einen kleine Bogen geschlagen zu Ruandas Vergangenheit. Ich will nicht lange über den Völkermord schreiben, der dort vor nicht allzu langer Zeit stattgefunden hat. Will aber doch jedem nahelegen, wenn er es einmal dort hin schaffen sollte sich das Memorial Centre anzusehen.
Eine wirklich beeindruckende Ausstellung, die einen großen Garten….

…, mit etwas seltsamen anmutenden Skulpturen…

…, einer riesen Tafel, an der man versucht alle Namen der Opfer zu sammeln…

…und einigen Massengräbern und dann noch einem großen sehr informativen Museum, in dem man auch einen deutschen Audioguide bekommt, umfasst.

Aber es gibt tatsächlich auch etwas ärmere Ecken in dieser großen Stadt, in der es kaum etwas nicht zu geben scheint, was einem Menschen aus Europa fehlen könnte.
Hier zwei Fotos aus der ärmeren Gegend der Stadt. Auf dem ersten seht ihr ein paar einfachere Hütten, die um ehrlich zu sein, aber besser aussehen, als viele Hütten hier in Mwanza.

Auf dem zweiten Bild ein Ausblick auf den Busbahnhof.

Unten seht ihr auch ein paar Motorradtaxis, die sich hier in Ostafrika zu Hauff finden.
An einem von diesen hab ich mir übrigens in Kigali diese schöne Stelle zugezogen, als der gute Mann mir, um den Aufstieg zu erleichtern, das Motorrad entgegen neigte.

Nach ein paar Tagen ging es dann weiter nach Uganda.

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